Urlaub mit dem Auto


Vor dem Start

Woran Sie denken sollten: Reisevorbereitungen für das Auto, Sicherheit für das Haus. Tipps für die Fahrt und den Fall eines Unfalls. Bestimmungen und Einreisevorschriften im Ausland. Die richtige Planung der Reise ist schon die halbe Stressbewältigung. Wer sich die Staukarten anschaut und die heißesten Wochenenden meidet, hat bessere Karten als der Blind-Starter. Die vorherige Ausarbeitung von schönen Ausweichrouten, viele Pausen und eventuelle Zwischenübernachtungen an sehenswerten Orten tun ein Übriges. Gut für die Nerven ist auch die Gewissheit, Haus und Hof ordnungsgemäß verlassen zu haben. Bei allen Geräten wie Fernseher, HiFi-Anlage und möglichst auch Video-Recorder werden Netz- und Antennenstecker ausgestöpselt. Das spart Strom, und die empfindlichen Geräte werden vor den möglichen Folgen eines Blitzschlags geschützt. Während die Gefriertruhe auf keinen Fall auf "Aus" stehen darf, wird dem Kühlschrank eine Betriebspause gegönnt. Leergeräumt, abgeschaltet und einen Spalt weit geöffnet, kann er nach der Urlaubszeit wieder frisch in Gebrauch genommen werden. Vor der Fahrt in den Urlaub sollten sich Reisende Kopien von wichtigen Papieren machen und diese dann getrennt von den Original-Ausweisen mit sich führen. Grund: Immer wieder stehen laut dem ADAC viele Deutsche im Ausland plötzlich ohne Dokumente da, weil ihnen neben Geld auch Führerschein und Personalausweis gestohlen wurden.

Unterwegs

Hier erhalten Sie nützliche Tipps für unterwegs und Infos über die besten Campingplätze in Europa. Wie Sie nach einer langen Fahrt entspannt ankommen.

Stressfreies Reisen mit dem Autozug.

Foto: DB
Viele Urlauber, die bequem und ohne Stress reisen möchten, ohne auf ihr eigenes Automobil verzichten zu wollen, bevorzugen den Autozug. Die Bahn bietet diesen Sommer rund 210 Verbindungen zwischen Deutschland und Frankreich, Italien bzw Österreich an. Was die Preise angeht, so lohnt es sich, mit der ganzen Familie zu reisen, wenn man drei Kinder hat. Denn für ein eigenes Abteil im Liegewagen zahlt eine fünfköpfige Familie beispielsweise von Berlin nach Bordeaux je nach Saisontarif zwischen 290 und 480 Euro. Die Pkw-Beförderung für dieselbe Strecke kostet zwischen 203 Euro und 350 Euro. Insgesamt macht das 490 Euro bzw. 800 Euro für die ganze Familie.

Geld-zurück-Garantie

Wer zum Beispiel allein von Berlin nach Bordeaux reist und seinen Pkw mitnimmt, bezahlt je nach Saison mindestens 290 Euro und höchstens 500 Euro. Dafür kann er aber auch, nach einer im Liegewagen verbrachten Nacht, ausgeschlafen in Bordeaux seinen Urlaub genießen. Dabei hat er dann die Autobahngebühren, den Treibstoff und die Hotelkosten für eine Nacht gespart. Informationen über die Autozüge sind online unter www.dbautozug.de zu finden. Und wer mit dem Service des Zuges nicht zufrieden ist, dem verspricht Bahn-Marketing-Vorstand Hans-G. Koch: "Wenn ein Wagen des DB Autozuges nicht die im Katalog versprochenen Qualitätsmerkmale erfüllt, erstatten wir den Reisepreis."

Versicherungen

Was Sie wissen sollten: Unfallrisiko und Schadenregulierung im Ausland, Rechtsschutz und Versicherungen für Fahrt und Urlaub.

Auto und Versicherungen: Was Sie wissen sollten

Haftpflichtversicherung

Als Kfz-Halter sind Sie gesetzlich verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen, damit der Schadenersatzpflichtige den angerichteten Schaden nicht selbst bezahlen muss. Dies könnte nämlich in zahlreichen Fällen zu einer Gefährdung seiner wirtschaftlichen Existenz führen. Der Schadenersatz für Verkehrsopfer garantiert ist, und zwar auch dann, wenn der Schädiger mittellos ist. Die Kfz-Haftpflichtversicherung schützt Sie und mitversicherte Personen vor Schadenersatzansprüchen im Rahmen der vereinbarten Versicherungssumme. Ausreichenden Versicherungsschutz bietet die unbegrenzte Deckungssumme, da für jeden Schaden, der mit Ihrem Fahrzeug verursacht wird, nach dem Gesetz in unbegrenzter Höhe gehaftet werden muss. Die gesetzlichen Versicherungssummen betragen ab dem 01.07.97 für Personenschäden 2,5 Millionen Euro (bei Tötung oder Verletzung von drei und mehr Personen 7,5 Millionen Euro), für Sachschäden 500 000 Euro und für Vermögensschäden 50 000 Euro. Verträge mit unbegrenzter Deckung kosten nur ein paar Cent mehr und sind auf jeden Fall zu empfehlen.

Typklassentarif

Zum 1. Juli 1996 hat der sog. „Typklassentarif" in der Kfz-Haftpflicht den bisherigen „kW-Tarif" abgelöst, da er den tatsächlichen Schadenverlauf der einzelnen Typen realistischer abbildet. Der Typklassentarif basiert auf einem System mit 16 Typklassen, ähnlich dem in der Kaskoversicherung. Merkmal für rund 8.600 verschiedene Modelle ist ein Index aus Unfallhäufigkeit und Schadenhöhe. Je mehr teure Unfälle, um so höher die Prämie. Der neue Tarif berücksichtigt auch das Fahrzeugalter. Bei dem Typklassentarif schneiden neue Fahrzeuge, Oldtimer und Cabrios besser ab. Besitzer von Kleinbussen, Geländefahrzeugen oder Diesel-Besitzer (rund 40 % der Autofahrer) müssen hingegen tiefer in die Tasche greifen. Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollten Sie sich also möglichst schon vor dem Kauf erkundigen, in welche Typklasse das entsprechende Fahrzeug eingestuft wird. Für bestehende Verträge ändert sich in der Regel ohne ausdrücklichen Wunsch des Kunden nichts. Eventuelle Verteuerungen werden also erst bei einem Fahrzeugwechsel wirksam.

Wohnort des Versicherungsnehmers

Die Höhe der Beiträge richtet sich auch nach dem Wohnort des Versicherungsnehmers. Die Zulassungsbezirke werden entsprechend ihrem Schadenbedarf (Zahl und Schwere der Unfälle, die sich dort ereignen) einem System von Regionalklassen zugeordnet. Mittlerweile unterscheiden die Gesellschaften bis zu 15 Regionalklassen.Je höher die zugeordnete Regionalklasse, desto höher fällt der Beitrag aus.

Weitere Merkmale

Für mehr Beitragsgerechtigkeit werden inzwischen eine Vielzahl von Rabatten angeboten. Aber Vorsicht: So manches vermeintliche Schnäppchen entpuppt sich im nachhinein als Fußangel. Generell setzen sich jedoch eine Reihe von Tarifierungsmerkmalen durch, z.B. Rabatte für Garagenbesitzer, Wenigfahrer, Alleinfahrer und deren Partner. Bevor Sie besondere Rabatte in Anspruch nehmen, überprüfen Sie, ob Sie die Bedingungen auch tatsächlich erfüllen. Die Vertragsverletzung führt dazu, dass Sie die gewährten Rabatte in der Regel zurückzahlen müssen. Einige Versicherer behalten sich auch Kontrollen vor und erheben bei vorsätzlich gemachten falschen Angaben Vertragsstrafen bis zur Höhe von zwei Jahresbeiträgen.

Zahlungsweise

Wer halb-, vierteljährlich oder monatlich die Prämie zahlt, kann alleine durch die Umstellung auf jährliche Zahlung zwischen 3 und 5 Prozent Prämie einsparen.

Schadenfreiheit

Auch durch Ihre Fahrweise wird die Höhe des Beitrags mitbestimmt. Je nachdem, ob und wie lange Sie schadenfrei gefahren sind, wird Ihr Vertrag in eine günstigere oder weniger günstige Schadenfreiheitsklasse eingestuft. Führerscheinneulinge verursachen relativ häufig Unfälle und müssen dementsprechend mehr für den Versicherungsschutz zahlen.

Vorgezogene Zulassung

Um in den Genuss eines günstigeren Beitragssatzes zu kommen, müssen in der Regel ein volles Kalenderjahr - vom 1. Januar bis 31. Dezember - schadenfrei fahren. Haben Sie Ihren Führerschein neu gemacht oder besitzen Sie ihn noch keine drei Jahre, gelten Sie als Anfänger und beginnen mit 240 Prozent der Prämie in Haftpflicht. Wenn Sie Ihr Auto zum 1. Januar versichern, rücken Sie mit Beginn des folgenden Jahres in die Schadenfreiheitsklasse 1 mit einem Beitragssatz von 100 %.

Rückdatierung

Beginnt der Versicherungsschutz im Laufe des ersten Halbjahres, wird der schadenfreie Vertrag im neuen Jahr erst einmal in die Klasse SF ˝ (120 %) in Haftpflicht eingestuft. Erst im Jahr darauf erreicht er SF 1 mit einer Beitragshöhe von 100 %. Erkundigen Sie sich daher bei der Versicherung nach der Möglichkeit einer Rückdatierung.

Übernahme von Rabatten

Je nach Verwandtschaftsgrad kann bei einem Fahrzeug die erreichte Schadenfreiheitsklasse auf den Versicherungsnehmer umgeschrieben werden. Dieser muss jedoch nachweisen, dass er den Wagen selber gefahren hat. Der übertragenden Person geht der Rabatt in diesem Fall natürlich verloren. Übrigens: Wenn Sie Ihr Fahrzeug abmelden, bleiben Sie je nach Versicherungsgesellschaft bis zu sieben Jahren in der erreichten Schadenfreiheitsklasse.

Kündigung

Jede Autoversicherung kann in der Regel bis spätestens einen Monat vor der Hauptfälligkeit (Posteingang beim Versicherer) gekündigt werden. Bei Ablauf zum 1. Januar wäre dies der 31. November. Bei Prämienerhöhungen kann innerhalb von vier Wochen nach der Mitteilung der Beitragserhöhung gekündigt werden. Das gilt jedoch nicht aufgrund einer Höherstufung nach einem Unfall.

Kaskoversicherung

Die Fahrzeug- oder Kaskoversicherung ersetzt Schäden, die Ihnen durch die Beschädigung, die Zerstörung oder den Verlust Ihres eigenen Fahrzeugs einschließlich der mitversicherten Fahrzeug- und Zubehörteile entstehen. Nicht alle Fahrzeug- und Zubehörteile gelten ohne weiteres als mitversichert. Gegen Zuschlag zu versichernde Teile müssen im einzelnen angegeben werden. Welche Teile - gegen Zuschlag - mitversichert werden können (bis 1 000 Euro beitragsfrei) ergibt sich aus der „Liste der versicherbaren Fahrzeug- und Zubehörteile", die Bestandteil der Allgemeinen Bedingungen für die Kraftfahrtversicherung (AKB) ist. Man unterscheidet zwei Arten der Fahrzeugversicherung: Fahrzeugteilversicherung Hierbei ist das Fahrzeug versichert gegen: Brand oder Explosion Entwendung, insbesondere Diebstahl, unerlaubten Gebrauch durch fremde Personen, Raub und unter besonderen Umständen auch Unterschlagung unmittelbare Einwirkung von Sturm, Hagel, Blitzschlag und Überschwemmung Zusammenstoß mit Haarwild (z.B. Rehe) Bruchschäden an der Verglasung Brand- oder Schmorschäden der Verkabelung durch Kurzschluss

Fahrzeugvollversicherung

Hierbei ist das Fahrzeug versichert gegen die gleichen Risiken wie in der Fahrzeugteilversicherung und darüber hinaus gegen Unfälle, auch wenn Sie diese selber verschuldet haben; dazu zählen nicht Brems-, Betriebs- und reine Bruchschäden mut- oder böswillige Handlungen fremder Personen Ersetzt werden im Reparaturfall: Erforderliche Wiederherstellungskosten, notwendige einfache Fracht- und sonstige Transportkosten- im Totalschadenfall: Der Wiederbeschaffungswert am Tage des Schadens Nach dem Motto "neu für alt" entschädigen einige Versicherer, z.B. die DEVK, bei Neukauf innerhalb der ersten 6 Monate ab Erstzulassung für Pkw sogar den Neuwert. Dies gilt bereits dann, wenn die erforderlichen Reparaturkosten 80 % des Neupreises erreichen oder übersteigen. Eine Anhebung der Selbstbeteiligung kann deutliche Einsparungen bringen. Bei der Fahrzeugteilversicherung gilt eine Selbstbeteiligung (SB) von 150 Euro als Regelfall, bei der Vollversicherung ein Selbstbehalt von 325 oder 500 Euro, der jedoch eine Teilkasko mit 300 SB einschließt. Deutliche Einsparungen lassen sich auch bei zunehmendem Fahrzeugalter durch den Wechsel von Voll- zu Teilkasko erzielen. Als Faustregel kann ein Fahrzeugalter von zwei bis drei Jahren angesetzt werden, für das sich eine Vollkasko lohnt. Wie in der Kfz-Haftpflicht trägt der zu erreichende Schadenfreiheitsrabatt auch in der Vollkaskoversicherung zu einem wesentlich niedrigeren Beitrag bei. Je nach Höhe der Schadenfreiheit und nach dem versicherten Fahrzeugtyp kann der Vollkaskoschutz unter Umständen günstiger zu haben sein als eine Teilkaskoversicherung.

Insassen-Unfallversicherung

Über eine Insassen-Unfallversicherung sind alle berechtigten Insassen beim Gebrauch Ihres Fahrzeugs ohne Rücksicht auf ein eigenes Verschulden - Vorsatz ausgenommen - versichert, auch Sie selbst und Ihre Familienangehörigen. Übrigens, Gebrauch bedeutet nicht nur Fahren, sondern auch Ein- und Aussteigen, Be- und Entladen, Parken, Tanken und sogar Waschen. Versichert werden können folgende Leistungen: Todesfallentschädigung Invaliditätsentschädigung Tagegeld Krankenhaus-Tagegeld und Genesungsgeld

Schutzbrief

Die Schutzbriefversicherung bietet Ihnen zahlreiche Leistungen entweder als Service oder als Kostenersatz. Dazu gehören: Start-, Pannen- und Unfallhilfe Fahrzeugab- und -rücktransport oder -bergung Schadenersatz bei Fahrzeugausfall Krankentransport und Kinderrückholung besondere Serviceleistungen z.B. bei Verlust von Reisedokumenten, Zahlungsmitteln und bei Erkrankung sowie Hilfe in Notfällen.

Tipps & Service

Allgemeine Gesundheitstipps, Konsulatsadressen und was Sie vor Reiseantritt sonst noch wissen sollten. Leiden Sie unter der Reiseübelkeit, auch Kinetose genannt, so kann Ihre Vorfreude auf den Urlaub, gerade wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind, ganz schön getrübt werden. Schwindel und Übelkeit gehören dann zu den ständigen Begleitern auf Ihrer Fahrt in den Urlaub. Aber keine Angst, mit ein paar kleinen Tipps, lässt sich auch die längste Autofahrt gut überstehen. Der häufigste Auslöser der Reiseübelkeit ist das Lesen während der Fahrt. Die Übelkeit kommt dadurch zu Stande, dass Ihr Gehirn widersprüchliche Informationen von Gleichgewichtsorgan und Auge erhält. Während das Gleichgewichtsorgan Bewegung (Fahrt) registriert und an das Gehirn weiterleitet, meldet das Auge beim Lesen stillstand. Mit diesen widersprüchlichen Informationen ausgestattet meldet das Gehirn "Übelkeit". Unsere Tipps gegen Ihre Übelkeit:

  • Vermeiden Sie das Lesen während der Autofahrt
  • Damit Ihr Gehirn keine widersprüchlichen Informationen verarbeiten muss schauen Sie öfters aus dem Fenster, damit sowohl Auge als auch Gleichgewichtsorgan "Bewegung" registrieren.
  • Machen Sie regelmäßig kleinere und ausgedehnte Pausen
  • Sorgen Sie für genügend frische Luft
  • Verzehren Sie kleinere Snacks während der Fahrt
  • In manchen Fällen helfen vor der Fahrt eingenommene Ingwerkapseln. Sie vermindern die Reiseempfindlichkeit und haben keine Nebenwirkungen.
  • Besprechen Sie unter Umständen mit Ihrem Arzt, ob Medikamente eingenommen werden sollen.